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| Offizielle Bezeichnung | französisch: Republique Democratique du Congo; deutsch: Demokratische Republik Kongo |
| Unabhängigkeit | 30. Juni 1960 (von Belgien) |
| Fläche | 2.345.410 qkm |
| Landesnatur | ausgedehntes zentrales Flussbecken (tiefliegendes Plateau), umrandet von einem schmalen Landstreifen aus tropischem Regenwald, Berge im Osten; tropisches Klima |
| Höchste Erhebung | Pic Marguerite on Mont Ngaliema (Mount Stanley; 5110 m) |
| Küste | 37 km |
| Umweltprobleme | unerlaubte Jagd bedroht Wildtierpopulation, Wasserverschmutzung, Entwaldung, Bodenerosion; Mineralabbau verursacht Umweltzerstörung |
| Einwohnerzahl | 55.225.478 (Juli 2002 geschätzt) |
| Bevölkerungsdichte | 24,4 Einwohner pro qkm Landfläche |
| Hauptstadt | Kinshasa |
| Landessprachen | Französisch (Amtssprache), Swahili, Lingala, Kingwana, Kikongo, Tshiluba u.a. |
| Religionen | Römisch-Katholische (50%), Protestanten (20%), Muslime (10%), Kimbaguisten (10%), Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen (10%) |
| Staatsform | Präsidialregime; Übergangsverfassung vom 4.3.2003 sieht daneben vier Vizepräsidenten, ein Parlament und einen Senat vor, die tatsächliche Umsetzung steht noch aus |
| Wahlrecht | wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren |
| Exekutive | Staatsoberhaupt: Präsident Joseph Kabila; Regierungschef: Joseph Kabila; Kabinett: Nationale Exekutivversammlung |
| Legislative | eine 300-Mitglieder starke Übergangsnationalversammlung |
| Parteien | FONUS (Forces Novatrices pour l'Union et la Solidarité); MNC (Mouvement Nacional Congolais; Lumumbisten); MPR (Mouvement Populaire de la Révolution); PDSC (Parti Démocrate et Social Chrétien); UDPS (Union pour la Démocratie et la Progrès Social) |
| Rechtssystem | basiert auf dem Belgischen Zivilrecht und dem traditionellen Recht |
| Justiz | Supreme Court (Cour Supreme) |
| Verwaltungsgliederung | 10 Provinzen: Bandundu, Bas-Congo, Equateur, Kasai-Occidental, Kasai-Oriental, Katanga, Maniema, Nod-Kivu, Orientale, Sud-Kivu; eine Stadt: Kinshasa |
| Internationale Mitgliedschaften | Vereinte Nationen und Unterorganisationen; Afrikanische Organisation (AU); Entwicklungsgemeinschaft SADC; Handelsgemeinschaft COMESA; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IMF) und Weltbank |
| Internationale Länderkategorien | LDC - Status (7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries - "am wenigsten entwickelte Länder" - und bekommen besondere Mittelzuwendungen) |
| Währung | 1 Kongolesischer Franc (CDF) = 100 Centimes |
| Wechselkurs | 1 US$ = 305 CDF |
Export / Importgüter |
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| - Wichtige Exportgüter | Diamanten, Kupfer, Kaffee, Kobalt, Rohöl, Zucker, Textilien, Zement |
| - Wichtige Importgüter | Nahrungsmittel, Bergwerks- und andere Maschinen, Transportausrüstung, Brennstoff |
Wichtige Handelspartner |
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| - Export | Benelux (62%), USA (18%), Südafrika, Finnland, Italien |
| - Import | Südafrika (28%), Benelux (14 %), Nigeria (9%), Kenia (7%), China |
Infrastruktur |
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| - Eisenbahn | 5.138 km |
| - Straßen | 157.000 km (keine Angaben möglich in Bezug auf die Qualität der Straßen) |
| - Flugplätze | 232 (davon 24 mit befestigten Start- und Landebahnen) |
| - Häfen | Banana, Boma, Bukavu, Bumba, Goma, Kalemie, Kindu, Kinshasa, Kisangani, Matadi, Mbandaka |
Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich
Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales
| Erste Besiedlung durch Bantuvölker | |
| 7000 bis 2000 v. Chr. | Steinzeitliche Werkzeuge auf dem Territorium des späteren Kongo. |
| 2500 bis 500 v. Chr. | Bantuvölker wandern vom Norden nach Zentralafrika ein. Die westlichen Gruppe zieht in das Gebiet des heutigen Kongo (Brazzaville), an den Niederkongo und nach Nordangola. Die östliche Gruppe zieht übe Kivu nach Kasai und Katanga. Aus diesen Wanderungen haben sich die Bevölkerungskonzentrationen im Westen am Unterlauf des Kongo, im Süden in Kasai und Katanga und im Nordosten in Uele und Kivu entwickelt. |
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| 13. Jh. | Vermutlich gründet sich um diese Zeit am Unterlauf des Kongo das durch spätere Kontakte zu den Portugiesen bekannte Königreich Kongo. Die Identität seines Gründers bleibt ungewiss. Manche meinen, es sei Nimi a Lukeni aus dem Osten des Kontinents gewesen. Andere behaupten, Mutinu, der an der Spitze von Eroberergruppen aus dem Norden (von Majombe zum unteren Kongo) herunterkam, sei der Gründervater des Königreiches. Das Königreich breitet sich vom unteren Kongogebiet in strahlenförmigen Eroberungszügen v. a. in südliche Richtung aus. |
| 15. und 16. Jh. | Das Königreich Kongo erlebt seine Blüte. Es erstreckt sich vom unteren Kongo im Norden bis zum Kwanza-Strom im Süden und vom Kwango-Fluss im Osten bis zur Küste des Atlantik. Mbemba, Mbata, Mbamba, Sonio, Nsundi und Mpangu heißen die sechs traditionellen Provinzen, deren zwei bedeutendste Nsundi im Norden und Mbamba im Süden sind. |
| 16. bis 19. Jh. | Weitere Königreiche entstehen: So das Reich der Luba im Südosten im 16. Jh., das der Kuba im Westen und der Lunda im Südosten im 17. Jh. und die Reiche der Msiri im Südosten und der Magbetu im Nordosten im 19. Jh.. Die Ursache der späten Blüte dieser Reiche mag an der frühen Ausbeutung der Kupfergruben im heutigen Katanga liegen. Forscher entdeckten vor einigen Jahren im Gebiet rund um den Kisale- und Upembasee - das die Luba als ihr Ursprungsland betrachten - eindrucksvolle Überreste einer Kupferkultur aus dem 8. und 9. Jh.. |
Erste Kontakte mit den Portugiesen |
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| 1482 | Der portugiesische Seefahrer Diego Cao landet in der Kongomündung. Kurze Zeit später unternimmt er eine zweite Reise und dringt dem Lauf des Kongo landeinwärts folgend bis zum König des Kongoreiches - Nzinga Nkuwu - vor. Die ersten Versuche, die afrikanische Bevölkerung zwangszumissionieren, sind zwar von Erfolg gekrönt, doch währt dieser nicht lange. |
| 1506 | Nach innerkongolesischen Konflikten zwischen traditionsgebundenen und christlichen Gruppen beginnt einelange Regierungszeit Alfonsos (1506 - 1543), einem Christen. In seinem religiösen Eifer bekämpft er jegliche animistischen Kulte. Er lässt Fetische einsammeln und verbrennen und verhängt Todesstrafen für Anhänger jener Kulte. Dank dieser Politik arbeitet der portugiesische Königshof zunächst auf eine Gleichstellung des Kongo zum Hof von Lissabon und zur Christenheit hin. Doch ob der Größe des Reiches und der Dichte des Regenwaldes breiten sich traditionelle Kulte rasch erneut aus, der Unmut über die Bündnispolitik ihres Königs mit Portugal wächst. Als Alfonso 1543 stirbt, gelten die Missions- und Zivilisierungsversuche Portugals als gescheitert. |
| 1546 | Nach einer Zeit anti-europäischen Verhaltens nimmt Diego I. die Verbindung zu den Portugiesen wieder auf. Er lässt jesuitische Missionare kommen. |
| 1569 | Die Dschagga aus dem heutigem Tansania fallen über das Königreich her. König Alvaro I. sucht Schutz bei Sebastian von Portugal. Nach erfolgreicher Vertreibung der Dschagga begibt sich Alvaro I. in den Vasallendienst des Königs von Portugal und verspricht ihm ein Fünftel der Einnahmen des Landes als Tribut. Damit ist die Gleichstellung der beiden Königreiche beendet. |
| 16. bis 19. Jh. | Der Sklavenhandel stärkt zunehmend auch im Kongo den Verfall traditioneller Gesellschaftsstrukturen. Nach dem Verbot des Sklavenhandels bleibt die Bevölkerung zerstreut siedelnd und demoralisiert zurück. |
Der Kongo im Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. |
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| 1875 | Die Erforschung des Kongo setzt von europäischer Seite erneut ein. Im Auftrag der Association Internationale du Congo, die v. a. die Interessen des belgischen Königs Leopold II. vertritt, bricht der amerikanische Journalist Henry Stanley in den Kongo auf. Er gründet im Auftrag des belgischen Königs europäische Handelsniederlassungen und schließt mit zahlreichen afrikanischen Fürsten Verträge, die die Grundlage für die spätere Kolonialisierung bilden. |
| 1884/5 | Auf der Berliner Kongokonferenz einigen sich die europäischen Mächte im Wesentlichen über die Aufteilung des subsaharischen Afrika. König Leopold II. von Belgien übernimmt den "Unabhängigen Kongostaat" als Privatbesitz. Dieses Gebiet ist achtzigmal so groß wie sein eigenes Reich. |
| 1886 | Zur Durchsetzung seiner Ansprüche gründet Leopold II. die Force Public. Einige hundert Offiziere und Unteroffiziere aus Belgien und anderen europäischen Staaten führen die damals größte Kolonialarmee in Afrika. |
| 1886-1894 | Die belgische Krone und GB suchen eine vertragliche Regelung über den Grenzverlauf. Dazu findet eine minutiöse Erkundung des Territoriums statt. |
| nach 1890 | Es entstehen Kapitalgesellschaften, an denen Leopold II. erheblich beteiligt ist. Ihre Aufgaben sind die Aufbringung, der Transport und die Vermarktung der Exportprodukte. Sie plündern rücksichtslos die Ressourcen des Landes. |
| 1906 | Veröffentlichungen über die Greuel im Kongo zwingen den König, den privaten Kolonialbesitz dem Staat als unveräußerliches Vermögen zu übertragen. |
| 1908 | Die Regierung in Brüssel übernimmt die Herrschaft über das Kongogebiet. |
Der Kongo als belgische Kolonie |
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| ab 1908 | Die belgische Verwaltung liberalisiert zwar die von Leopold II. eingeführten Steuergesetze, doch ersetzt nun die Zwangsarbeit die Abgaben in Geld. Die afrikanische Bevölkerung wird in ein Herrschaftskonstrukt hineingepresst, das heute treffend als koloniale Trinität bezeichnet wird. Dazu zählen der Kolonialstaat, der den rechtlichen, infrastrukturellen und repressiven Rahmen für das Unternehmen Kolonialismus schafft, das Kapital, das Menschen, Land und Rohstoffvorkommen ausbeutet, und schließlich die kirchlichen, v. a. katholischen Missionen, die die Kolonisierten im Sinne eines effizienten Funktionierens in Kolonialwirtschaft und Gesellschaft erziehen. Die afrikanische Bevölkerung spielt unter dem belgischen Kolonialismus kaum eine Rolle. Sie werden als Arbeitstiere, Handlanger und Soldaten ausgenutzt. |
| 1920 | Die ländlichen Regionen werden in Bezirke aufgeteilt, deren Grenzen völlig willkürlich gezogen werden. An der Spitze eines jeden Bezirkes steht ein besoldeter afrikanischer Häuptling. Die Aufteilung in Bezirke soll der zunehmenden Unübersichtlichkeit wegen wachsender Bevölkerungsbewegungen entgegenwirken. Die Kolonialregierung hat starke Probleme, das Land, allein wegen seiner Große, aber auch wegen der starken Fluktuation von Arbeitern in die Städte, zu kontrollieren. |
| 1936 | Die Ausbildung einer afrikanischen Elite wird vom Kolonialregime nach Kräften verhindert. Die rigide belgische Herrschaft lässt nur die Entwicklung einer kleinen Schicht von évolués (Emporkömmlingen) zu, die die Keimzelle der späteren Staatsführung bildet. Aus den évolués, die speziell in Verwaltung und Armee dem Kolonialismus zu Diensten sind, rekrutieren sich die politischen Strömungen, die erst Ende der 50er Jahre die völkerrechtliche Unabhängigkeit einzufordern in der Lage sind. |
| 1947 | Die ersten afrikanischen Vertreter werden in den Conseil de Gouvernement berufen. Es sind traditionelle Oberhäupter, die an den Diskussionen schon deshalb kaum Anteil nehmen können, weil diese auf Französisch geführt werden. |
Die Unabhängigkeitsbewegung |
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| 1950 | Die Association des Bakongo (ABAKO) entsteht unter Vorsitz von Joseph Kasavubu mit dem Ziel der Errichtung eines Bakongo-Staates - der Vereinigung aller Bakongo in Angola und den beiden Kongo nach dem Vorbild des vorkolonialen Kongoreiches. |
| 1956/57 | Im Juli 1956 bringt die Gruppe Conscience Africain unter Vorsitz von Joseph Maloula ein Manifest in Umlauf, das die Abschaffung der rassischen Diskriminierung, die Anerkennung der afrikanischen Persönlichkeit und ihr Recht auf kulturellen und politischen Ausdruck fordert. Die ABAKO verspottet den idealistischen und wenig handlungsweisenden Charakter des Manifests. Sie verlangt politische Emanzipation in einem föderativen Rahmen durch Bildung kongolesischer Parteien. |
| 1958 | Unter Patrice Lumumba, Joseph Ileo und Cyril Adoula gründet sich die Mouvement National Congolaise (MNC), die als einzige Partei auf der Basis eines modernen Nationalismus eine überregionale Anhängerschaft ansprechen kann. Zahlreiche andere in den 50er Jahren gegründete Parteien sind ethnisch ausgerichtet und stark auf einzelne Persönlichkeiten konzentriert: Parti Solidaire Africain (PSA), Confédération des Associations du Katanga (CONAKAT), Association des Baluba du Katanga (BALUBAKAT), Centre du Regroupement Africain (CERA). Im Jahre 1958 vertritt Lumumba den Kongo bei der All African Peoples' Conference in Accra. In Brazzaville sagt der französische Staatspräsident de Gaulle den französischen Kolonien die Unabhängigkeit zu. |
| 1959 | In den ersten Monaten des Jahres löst ein Versammlungsverbot für die ABAKO heftige Demonstrationen aus. Das Ereignis löst eine Kehrtwendung der belgischen Kolonialpolitik aus. Der belgische König verspricht dem Land die Unabhängigkeit "ohne Verzug, aber auch ohne unüberlegte Überstürzung". Es bricht eine innerkongolesische Diskussion über den Aufbau des zukünftigen unabhängigen Staates aus. Die Zentralisten, deren bekanntester Anhänger Lumumba ist, gelten in europäischen Augen als radikal und unverantwortlich. Die Föderalisten unter Kasavubu werden im Gegensatz dazu als gemäßigt eingestuft. Im Dezember 1959 hat die MNC Lumumbas große Erfolge bei den Regionalwahlen. |
| 30. Juni 1960 | Die belgische Regierung entlässt den Kongo in die Unabhängigkeit. Da die MNC, trotzdem sie stärkste Fraktion im Parlament wird, große Schwierigkeiten hat, eine absolute Mehrheit zu bilden, sichert sie Kasavubu die Präsidentschaft zu. Es kommt zu einer Koalition zwischen MNC und ABAKO. Lumumba wird erster Ministerpräsident. |
Der junge Staat in der Krise |
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| Juli 1960 | Kurz nach dem Tag der Unabhängigkeit bricht unter den Soldaten de Force
Public in Thysville eine Meuterei gegen die belgischen Offiziere aus
und bringt die Armee im ganzen Land in Bewegung. Lumumba versucht mit der
Ernennung einheimischer Offiziere der Gewalt entgegenzuwirken, jedoch ohne
Erfolg. Die Belgier reagieren mit dem Abzug ihrer Truppen und Verwaltungsbeamten.
In weniger als einer Woche ist der Kongo praktisch ohne Verwaltungspersonal. Am 11. Juli 1960 erklärt Moise Tshombé die Sezession der reichen Bergbauprovinz Katanga und beginnt unter dem Schutz belgischer Truppen mit dem Aufbau eigener bewaffneter Kräfte. Der Versuch des Präsidenten Kasavubu und des Premiers Lumumba, persönlich einzugreifen, wird von Tshombé verhindert. Am 14. Juli bricht der Kongo seine Beziehungen zu Belgien ab und wendet sich mit einem Hilfegesuch an die Vereinten Nationen. Die ersten UNO-Truppen treffen am 18. Juli im Kongo ein. |
| August 1960 | Am 8. August 1960 erklärt die Provinz Kasai unter Führung von Albert Kalondji die Sezession. Somit wird der Kongo seiner wichtigsten Bergbauzentren beraubt. Die UNO versagt Lumumba die Unterstützung bei dessen Bemühungen, die Sezession rückgängig zu machen. Er setzt die Nationale Armee unter Joseph Désiré Mobutu gegen die Rebellen in Kasai in Bewegung. Während dieser Zeit verstärken sich die Spannungen zwischen Staatsoberhaupt und Regierungschef. Mobutu kann seine Stellung stärken. |
| September 1960 | Präsident Kasavubu enthebt Lumumba seines Amtes und beauftragt Ileo mit der Regierungsbildung. Lumumba erklärt Kasavubu daraufhin für abgesetzt. Das Parlament bezeichnet beide Entscheidungen für ungültig. Die provisorische Verfassung sieht für solche Situationen keine Regelung vor. Es tritt ein politisches Chaos ein. Mobutu greift ein und bildet eine Studentenregierung mit dem Ziel der Neutralisierung der Politiker. |
| Januar 1961 | Lumumba wird im Auftrag Mobutus gefangen genommen, im Militärgefängnis in Thysville gefoltert, nach Elisabethville transportiert und schließlich im Auftrag Tshombés mit belgischer Billigung ermordet. |
| Mitte 1961 | Premier Adoula übernimmt die Macht im Kongo und bildet eine Allparteienkoalition mit Ausnahme der CONAKAT Tshombes. |
| 1963 | Im September löst Präsident Kasavubu das Parlament auf und beruft eine neue verfassunggebende Körperschaft ein. In einer gemeinsamen Aktion der UNO-Truppen und des nationalen Kongo wird die Provinz Katanga wieder an den Kongo angegliedert. Tshombé kapituliert und geht ins Exil. |
| 1964 | Anfang April wird in Stanleyville (Kisangani) die "Volksrepublik Kongo" von den Lumumbisten (Anhänger Lumumbas, die im Land den Kampf ihres Vorbilds fortsetzen) ausgerufen. Die von Truppen aus Belgien und den USA unterstützte Rückeroberung Stanleyvilles und der anderen von den Rebellen kontrollierten Städte im Osten geht mit unglaublicher Brutalität vor sich. Mobutu verlangt von Kasavubu die Absetzung Adoulas und die Rückkehr Tshombés als Regierungschef. |
| 1965 | Tshombés Convention Nationale Congolaise, eine Sammlungspartei, gewinnt die Wahlen. Am 24. November übernimmt Mobutu in einem vom CIA unterstützten Staatsstreich die Macht und lässt sich vom Parlament per Akklamation zum Staats- und Regierungschef machen. |
Die Diktatur Mobutus |
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| 1967 | Mobutu ruft die Zweite Republik aus. Er gestaltet sie zu einem zentralistischen, totalitären Präsidialregime. Politische Gegner lässt er hinrichten. Unter seiner Partei, der Mouvement Populaire de la Révolution (MPR), errichtet er eine Einparteiendiktatur. |
| 1969 | Nachdem sich Tshombé ins spanische Exil zurückgezogen hat, wird er im Kongo zum Tode verurteilt. Mobutu lässt eine Entführung nach Algerien arrangieren, wo Tshombé im Gefängnis stirbt. Auch Kasavubu stirbt im gleichen Jahr. |
| 1971 | Unter dem Namen Authenticité verfolgt Mobutu eine Kampagne der Afrikanisierung. Leopoldville wird in Kinshasa umbenannt, aus Elisabethville wird Lubumbashi, aus Stanleyville Kisangani usw.. Fluss, Währung und Staat werden in Zaire umbenannt. |
| 1973/73 | Im Zuge der Zairisierung werden ausländische Vermögen nationalisiert. |
| 1977 | Eine aus Angola eindringende, militärisch organisierte zairische Oppositionsgruppe (FNCL) löst die erste Krise in Shaba (Katanga) aus, die mit Hilfe marokkanischer Truppen gelöst wird. |
| 1978 | Die zweite Shaba-Krise wird mit Hilfe französischer Intervention beendet. |
| 80er Jahre | Der Kongo steht vor dem wirtschaftlichen Ruin. Im Jahr 1981 beträgt die öffentliche Verschuldung Zaires 5 Milliarden US$. |
| 1990 | Im April verkündet Mobutu, vermutlich im Zusammenhang mit der Demokratisierung Osteuropas und der damit einhergehenden Neuorientierung vieler afrikanischer Staaten, die Abkehr vom Einparteienstaat. |
Die Dritte Republik |
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| 1991/92 | Zahlreiche Oppositionsgruppen schließen sich zur Union Sacrée zusammen. Eine souveräne Nationalkonferenz (CNS) arbeitet an der Verfassung für eine so genannte III. Republik. Der von der Konferenz zum Premierminister ernannte Oppositionelle Etienne Tshisekedi (Union pour la Démocratie et le Progrès Social, UDPS) wird jedoch von Mobutu per Dekret für abgesetzt erklärt. |
| 1991/93 | Plünderungswellen zerstören weite Teile der noch existierenden industriellen und administrativen Infrastrukturen. Abgehörige des Luba-Volkes werden aus Katanga nach Ost-Kasai vertrieben. Im März 1993 beginnt auch die Verfolgung der zairischen Hutu und Tutsi in Kivu. |
| April 1994 | Das Übergangsparlament Haute Conseil de la République (HCR) unter Vorsitz von Bischof Pasinya verabschiedet eine Übergangsverfassung. |
| Juni 1994 | Der Oppositionelle Kengo wa Dondo wird zum Premierminister gewählt. Flüchtlinge aus Ruanda und Burundi importieren den dortigen Hutu-Tutsi-Konflikt. |
| August 1995 | Der HCR verabschiedet ein Wahlgesetz und kurz darauf ein Gesetz zur Dezentralisierung des Landes. Zum Jahreswechsel erfolgt die Konstituierung einer Wahlkommission. Das Traktieren der Parteien und Interessengruppen verhindert jedoch ein starkes Gegengewicht zu Mobutu. |
| September 1996 | In Süd-Kivu rebellieren die den Tutsi in Burundi und Ruanda nahe stehenden Banyamulenge gegen die Zentralregierung in Kinshasa. Von Uganda, Ruanda, Burundi und Angola unterstützt erobert die sich später Alliance des Forces Démocratiques pour la Libération du Congo (AFDL) nennende Rebellenbewegung binnen acht Monaten weite Teile des Staatsgebietes. |
| Mai 1997 | AFDL-Truppen nehmen am 17. Mai Kinshasa ein. Ihr Vorsitzender Laurent Désiré Kabila ernennt sich zum neuen Staatspräsidenten. Das Land wird in Demokratische Republik Kongo umbenannt. Die politische Betätigung außerhalb der AFDL wird verboten. Mobutu stirbt wenig später im marokkanischen Exil. |
| August 1998 | Kabila entmachtet seine ruandischen Berater und Militärs. Sie versuchen einen Putsch, der fehlschlägt. Darauf erheben sich im Ostkongo von Ruanda und Uganda unterstützte Truppenteile gegen Kabila. Die Rebellen formieren sich zur Rassemblement Congolais pour la Démocratie (RCD). Erst durch militärische Intervention von Angola, Simbabwe und Namibia können die Rebellen gestoppt werden. |
| November 1998 | Von mehreren Seiten werden Forderungen zur Einberufung eines Runden Tisches unter Aufsicht der Vereinten Nationen und zur Stationierung einer internationalen Schutzgruppe laut. |
| Dezember 1998 | Die Spannungen zwischen Uganda und Ruanda auf Grund der jeweiligen Kriegsziele führen zur Spaltung der RCD. Die bisherige RCD wird weiterhin von Ruanda unterstützt. Die Dissidenten spalten sich unter dem Namen RCD-ML (Mouvement de Libération) ab. Sie werden von Uganda unterstützt und kooperieren im Norden des Landes mit der Mouvement de Libération du Congo (MLC), die von Uganda aufgebaut wurde. |
| Juli 1999 | Nach erneuten schweren Auseinandersetzungen zwischen der RCD und der RCD-ML kommt es zur Unterzeichnung einen Friedensvertrages in Lusaka. Jedoch weigern sich die Rebellen mit Stützpunkten im Kongo, den Vertrag zu unterschreiben. |
| Februar 2000 | Die Vereinten Nationen beschließen die Mission des Nations Unies en République Démocratique du Congo (MONUC). Blauhelme und Beobachter sollen vor Ort die Ausführung des Vertrages von Lusaka überwachen. Der Beschluss scheitert jedoch an der Durchsetzung. |
| August 2000 | Die ersten ugandischen Truppen werden aus dem Kongo abgezogen. |
| Januar 2001 | Am 16. Januar wird Laurent Kabila bei einem Attentat getötet. Sein Sohn Joseph Kabila tritt die Nachfolge an. |
| April 2002 | Der innerkongolesische Dialog in Sun City (Südafrika) führt zu einer Teileinigung zwischen der Regierung und den MLC-Rebellen, der Zivilgesellschaft und Teile der politischen Opposition zustimmen. Die RCD-Goma-Rebellen (von Ruanda unterstützt) schließen sich nicht an. |
| Mai 2002 | Ein Meutereiversuch der RCD-Goma-Truppen in Kisangani wird blutig niedergeschlagen. |
| Juli 2002 | Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs tritt für die Demokratische Republik Kongo in Kraft. Präsident Joseph Kabila und der ruandische Präsident Kagame unterzeichnen in Pretoria (Südafrika) ein Abkommen über den Rückzug der ruandischen Truppen aus dem Kongo sowie die Entwaffnung und Demobilisierung ruandischer Hutu-Milizen auf kongolesischem Gebiet. |
| September 2002 | In Luanda (Angola) unterzeichnen Kabila und Museveni (der ugandische Präsident) ein Abkommen, das die Beziehungen der beiden Länder normalisieren soll. Uganda verpflichtet sich, keine eigenen Truppen mehr im Kongo zu halten. |
| Dezember 2002 | In Pretoria einigen sich die kriegführenden Parteien, die politische Opposition und die Zivilgesellschaft unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft auf den Accord Global et Inclusif. |
| April 2003 | In Sun City verabschieden die Delegierten des innerkongolesischen Dialogs eine neue Übergangsverfassung und ein Schema zur neuen Machtverteilung. Als Kabila die neue Übergangsverfassung verkündet, kommen bei ethnisch begründeten Massakern im ostkongolesischen Ituri hunderte Menschen ums Leben. Seither ist der Kongo-Konflikt wieder in das weltweite öffentliche Bewusstsein gerückt. Der UN-Sicherheitsrat sendet eine von Frankreich geleitete europäische Eingreiftruppe in den Ost-Kongo, deren Mandat nur bis zum 1. September gültig ist. |
| September 2003 | Im August wird die Einsatztruppe durch eine mit robusterem Mandat ausgestattete UN-Truppe ersetzt. |
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