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| Offizielle Bezeichnung | englisch: Kingdom of Lesotho; deutsch: Königreich Lesotho |
| Unabhängigkeit | 4. Oktober 1966 ( von Großbritannien) |
| Fläche | 30.355 qkm |
| Landesnatur | hügeliges, bergiges und plateaureiches Hochland; gemäßigtes Klima, kalte, trockene Winter und heiße, feuchte Sommer |
| Höchste Erhebung | Thabana Ntlenyana (3.482 m) |
| Küste | Binnenland, vollständig von Südafrika eingeschlossen |
| Umweltprobleme | Überweidung, starke Bodenerosion, Bodenerschöpfung, Desertifikation |
| Einwohnerzahl | 2.207.954 (Juli 2002 geschätzt) |
| Bevölkerungsdichte | 72,7 Einwohner pro qkm Landfläche |
| Hauptstadt | Maseru |
| Landessprachen | Englisch (Amtssprache), Sesotho, Zulu, Xhosa |
| Religionen | Christen (80%), indigene Religionen (20%) |
| Staatsform | konstitutionelle Monarchie |
| Wahlrecht | wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren |
| Exekutive | Staatsoberhaupt: König Letsie III. (seit Februar 1996, ohne exekutive oder legislative Befugnisse); Regierungschef: Premierminister Pakalitha Mosisili (seit 4. Juli 1998); Nachfolge des Königs nach Erbrecht von Versammlung der Stammesoberhäupter bestimmt; Regierungsoberhaupt wird Vorsitzender der stärksten Fraktion des Kabinetts |
| Legislative | Zweikammernparlament: Senat (33 Mitglieder - 22 Stammesoberhäupter, 11 weitere von der regierenden Partei bestimmte Abgeordnete); Nationalversammlung (120 Sitze); 80 der insg. 120 Sitze der Nationalversammlung durch Mehrheitswahl, 40 durch Verhältniswahl bestimmt |
| Parteien | Basotho Congress Party (BCP); Basotho National Party (BNP); Lesotho Congress for Democracy (LCD; Regierungspartei); Lesotho People's Congress (LPC); Marematlou Freedom Party (MFP); Progressive National Party (PNP); Sefate Democratic Party (SDP); Setlamo Alliance, United Democratic Party (UDP) |
| Rechtssystem | auf englischem und römisch-niederländischem Recht basierend |
| Justiz | High Court (Richter vom König ernannt), Court of Appeal, Gericht des traditionellen Rechts |
| Verwaltungsgliederung | 10 Distrikte: Berea, Butha-Buthe, Leribe, Mafeteng, Maseru, Mohales Hoek, Mokhotlong, Qacha's Nek, Quthing, Thaba-Tseka |
| Internationale Mitgliedschaften | Vereinte Nationen und UN-Unterorganisationen; Afrikanische Union (AU); Entwicklungsgemeinschaft SADC; Handelsgemeinschaft COMESA; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IMF) und Weltbank |
| Internationale Länderkategorien | LDC - Status (7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries - "am wenigsten entwickelte Länder" - und bekommen besondere Mittelzuwendungen) |
| Währung | 1 Loti (LSL) = 100 Listente |
| Wechselkurs | 1 US$ = 11,59 LSL (Januar 2002) |
Export / Importgüter |
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| - Wichtige Exportgüter | Fabrikationen 75% (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge), Wolle und Mohair, Nahrung, lebende Tiere |
| - Wichtige Importgüter | Nahrungsmittel, Baumaterial, Fahrzeuge, Maschinen, Medizin, Petrolium-Produkte |
Wichtige Handelspartner |
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| - Export | SACU-Zollunion (53,9%), Nordamerika (45,6%) |
| - Import | SACU-Zollunion (89,5%), Asien (7%) |
Infrastruktur |
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| - Eisenbahn | 2,6 km (im Besitz von Südafrika) |
| - Straßen | 4.955 km (davon 887 km geteert) |
| - Flugplätze | 28 (davon 4 mit befestigten Start- und Landebahnen) |
| - Häfen | |
Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich
Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales
| Frühgeschichte | |
| ca. 25.000 v. Chr. | Nomadische Jäger und Sammler, die San, besiedeln das Gebiet des heutigen Lesotho. Die San hinterließen Tausende ihrer Höhlenmalereien im Südlichen Afrika, von denen schätzungsweise bis zu 5.000 in Lesotho zu finden sind, die bedeutendsten bei Ha Bakona. |
Die Entstehung der Basotho-Nation |
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| ca. 850 n. Chr. | Erste Bantuvölker, die vom Tanganyikasee aufgebrochen sind, kommen mit den San von Lesotho in Kontakt. |
| ab 1250 | Sotho- und verwandte Tswana-Gruppen, ebenfalls Bantuvölker, beginnen die San zu verdrängen. Die Bantu besitzen Wissen über Ackerbau, Viehzucht und Eisenverarbeitung. |
| um 1400 | Im Zuge der allgemeinen Bantumigration aus dem Norden besiedeln erste Basotho-Gruppen das Hochland des heutigen Königreiches. In den folgenden Jahrhunderten entstehen zahlreiche Königreiche, deren wichtigstes wohl die Basotho-Konföderation ist, die das heutige Westlesotho und die östlichen Teile der südafrikanischen Provinz Free State umfassen. |
| um 1820 | Die militärische Expansion der Zulu unter ihrem König Shaka bringt Unsicherheit und Schrecken unter den Völkern des Südlichen Afrika. Es kommt zu Völkerwanderungen. Die Epoche wird Difaqane oder Mfecane (erzwungene Wanderung) genannt. |
| 1824 | Moshoeshoe I. errichtet Festungen in Butha-Buthe und Thaba Bosiu. Er bietet den noch immer von den Angriffen der Zulu verunsicherten Clans Schutz an - unter der Voraussetzung, dass diese sich der Verteidigung seines Königreiches verpflichten. |
| 1840 | Die Basotho-Nation zählt mittlerweile 40.000 Anhänger. Außerhalb deren Territoriums siedeln Flüchtlinge, die die Festungen der Basotho beschützen und nach und nach von der Basotho-Nation aufgenommen werden. |
| 1870 | Als Moshoeshoe I. stirbt, gehören seiner Nation bereits 150.000 Menschen an, die sich als Basotho verstehen. |
Lesotho unter britischer Herrschaft |
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| 1830 | Auf der Suche nach Land für neue Siedlungen überqueren die Buren den im heutigen Südafrika fließenden Vaal. |
| 1833 | Die ersten Missionare erreichen das Hochland des heutigen Lesotho. |
| 1836-1838 | In Folge von Spannungen zwischen Buren und Briten am Kap ziehen die Buren gen Nordosten. Während der als "Großer Treck" bezeichneten Auswanderungswelle kommt es zu immer heftigeren Auseinandersetzungen der Europäer mit Moshoshoes Truppen. |
| 1854 | Die Briten ziehen sich aus dem Gebiet um Bloemfontein (Südafrika) zurück, so dass die Buren ungehindert ihren Oranje Vrystaat errichten können. |
| 1858 | Nach einigen Übergriffen auf das Gebiet der Basotho erkennt Moshoeshoe die Bedrohung durch die Buren. |
| 1861 | Moshoeshoe erbittet britischen Schutz vor den Buren. |
| 1866 | Die Briten annektieren das zu dieser Zeit so genannte Basutoland, dessen Autonomie König Moshoeshoe vorläufig bewahren kann. |
| 1868 | Basutoland wird zum britischen Protektorat ernannt. |
| 1869 | Die Grenzen des heutigen Lesotho werden in der Konvention von Aliwal North festgelegt. Die Basotho verlieren über die Hälfte des bestellbaren Landes westlich des Caledon, der zur Westgrenze des Landes wird. |
| 1871 | Die Gebietsverwaltung von Lesotho wird an die britische Kapkolonie übergeben. |
| 1883 | Die nationale Häuptlingsversammlung wird durch den so genannten National Council, zu dem auch einfache Bürger Zutritt haben, abgelöst. Er wirkt als Beratungsgremium für den Paramount Chief und den britischen Hochkommissar. |
| 1884 | Nachdem die Briten Teile Lesothos für europäische Siedler freigegeben haben, kommt es zu Aufständen. Um der Situation Herr zu werden, wird Lesotho der britischen Krone direkt unterstellt und damit zur Kronkolonie. |
| 1910 | Nach dem Burenkrieg (1899-1902) wir die Südafrikanische Union gegründet, der ein britischer Generalgouverneur, der zugleich als Hochkommissar für Basutoland zuständig ist, vorsteht. Basutoland wird nicht Teil der Südafrikanischen Union. |
Die Unabhängigkeitsbewegung |
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| 1919 | Die Lekhotla la Bafo (LLB; Rat des Volkes) gründet sich als erste politische Organisation, die auf demokratische Reformen gegenüber der Kolonialmacht und den Häuptlingen drängt. |
| 1938 | Die britische Regierung beschließt eine Verwaltungsreform, durch die die Zahl der Chiefs und deren Machtfülle drastisch beschnitten wird. |
| 1944 | Die neue Verwaltungsstruktur wird durch die Einführung von neun Distrikten gestärkt. Sie bilden noch heute die Verwaltungsgliederung Lesothos. Die Distrikträte wählen die Delegierten für den Nationalrat. Dieses Gremium hat die Aufgabe, interne Angelegenheiten zu diskutieren und die Kolonialverwaltung zu beraten. |
| 1952 | Unter Ntsu Mokhehle gründet sich der Basutoland African Congress (BAC), der nicht nur dem Namen nach Ähnlichkeit zum südafrikanischen African National Congress (ANC) aufweist. Sein Programm enthält sozialistische Elemente, Kampf gegen herrschende Gruppen, Häuptlinge, Händler und die katholische Kirche. Er rekrutiert Anhänger aus den politisch mobilisierten urbanen und protestantischen Schichten und bei den Wanderarbeitern. |
| 1959 | Die Basotho National Party (BNP) wird in direkter Opposition zum BAC gegründet. Die treibenden Kräfte waren die katholische Kirche, die Chiefs und die Händler. Die BNP spricht sich für eine pragmatische Akzeptanz des Apartheidregimes von Südafrika aus und erhält im Gegensatz zum BAC die Erlaubnis, unter den Wanderarbeitern in südafrikanischen Bergwerken zu werben. |
| 1960 | Der BAC benennt sich in Basutoland Congress Party (BCP) um. Mokheles Partei bestimmt die politische Agenda der 50er Jahre, während der Einfluss der einzelnen lokalen Häuptlingen abnimmt. Im gleiche Jahr wird der Paramount Chief Bereng Seeiso vom britischen Hochkommissar als König Moshoeshoe II. eingesetzt. |
| 1965 | Die britische Regierung gibt dem politischen Druck nach und lässt Wahlen auf Grundlage einer neuen Verfassung abhalten. Der Einfluss Moshoeshoes II. beschränkt sich auf den eines konstitutionellen Monarchen. Die Häuptlinge werden in einen Senat abgedrängt. Die konservative BNP unter Vorsitz von Leabula Jonathan gewinnt die Parlamentswahlen. Somit wird Jonathan zum ersten Premierminister von Lesotho. |
Das unabhängige Königreich Lesotho |
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| 4. Okt. 1966 | Das Königreich Lesotho erhält die Unabhängigkeit von Großbritannien. Moshoeshoe II. erklärt sich mit den Einschränkungen seines Amtes als konstitutioneller Monarch nicht einverstanden und löst eine Verfassungskrise aus. |
| 1970 | Da sich ein Wahlsieg der BCP abzeichnet, setzt Premierminister Jonathan die Verfassung außer Kraft und ruft den Notstand aus. Die Opposition wird verhaftet, woraufhin die BCP einen Guerillakampf beginnt. Moshoeshoe II. geht zeitweilig ins Exil. |
| 1973 | Der Ausnahmezustand wird für beendet erklärt und eine Übergangsverfassung tritt in Kraft. |
| 1974 | Ein Putschversuch von Mitgliedern der BCP scheitert, viele Anhänger der Partei werden ermordet. |
| 1976 | Lesotho lehnt die Anerkennung der Transkei und anderer südafrikanischer Homelands ab. |
| 1980 | Da Lesotho südafrikanischen Flüchtlingen Asyl bietet, verhängt die Apartheidregierung Südafrikas Sanktionen gegen das Königreich und übt so wirtschaftlichen, politischen und militärischen Druck auf Lesotho aus. Lesotho versucht gegen die südafrikanischen Pressionen einen unabhängigen Weg zu verfolgen. Es tritt der neuen Regionalgemeinschaft Southern African Development Coordination Conference (SADCC; der späteren Southern African Development Community; SADC) bei. |
| 1986 | Ein unblutiger Militärputsch unter Generalmajor Metsing Lekhanya löst die Interimsnationalversammlung auf und bildet einen Militärrat, der zunächst mit Moshoeshoe II. kooperiert. |
| 1990 | Alle Anhänger der Monarchie werden aus den Kabinett und dem Militärrat entlassen. Moshoeshoe II. geht unfreiwillig ins Exil nach London. Der Thronfolger, sein Sohn Mohato, wird unter dem Namen Letsie III. neuer König. |
| 1991 | Das Verbot von Oppositionsparteien wird aufgehoben. |
| Juli 1992 | Moshoeshoe II. kehrt durch Vermittlung des Commonwealth-Sekretariats unter der Bedingung des Verzichtes auf den Thron und politischer Enthaltsamkeit aus dem Exil zurück. |
| März 1993 | Eine neue Verfassung wird verabschiedet: Die Rolle des Königs wird auf repräsentative Funktionen beschränkt und ein Mehrparteiensystem wird eingeführt. Aus den Parlamentswahlen geht die BCP als Gewinner hervor. Somit wird Dr. Ntsu Mokhele neuer Premierminister. Er kann jedoch die Struktur- und Entwicklungsprobleme des Landes nicht lösen. |
| August 1994 | Nach einer Reihe von gewaltsamen Auseinandersetzungen löst König Letsie III. das Parlament auf und suspendiert Teile der Verfassung. Auf Druck einer Eingreiftruppe, die von Südafrika, Simbabwe und Botswana geschickt wird, bricht der Putsch zusammen, so dass die alte Regierung wieder eingesetzt werden kann. |
| 1995 | König Moshoeshoe II. kehrt auf den Thron zurück. |
| 1996 | Bei einem Autounfall kommt Moshoeshoe ums Leben. Sein Sohn, König Letsie III., wird erneut König von Lesotho. |
| Mai 1998 | Aus den Wahlen geht der Lesotho Congress for Democracy (LCD) als überwältigender Sieger hervor. Auf Druck von drei der insg. zwölf Oppositionsparteien finden Neuwahlen unter Beobachtung der SADC-Staaten statt. Wiederum gewinnt der LCD. |
| Juli 1998 | Am 4. Juli wird die neue Regierung unter Prof. Pakalitha Mosili als Premier vereidigt. |
| Juli/August 1998 | Die Unzufriedenheit der Oppositionsparteien führt zu blutigen Straßenkrawallen, zu Revolten innerhalb der Armee Lesothos und zur Lähmung des öffentlichen Lebens. |
| September 1998 | Auf Bitte der LCD-Regierung, die einen Putsch fürchtet, marschieren am 22. September Truppen der SADC-Staaten in Lesotho ein, aber ohne die notwendige Zustimmung des Königs. |
| Oktober 1998 | Durch Vermittlung Südafrikas kommt es zu einer Allparteienübereinkunft und zur Bildung einer Interimsregierung. |
| Dezember 1998 | Im Rahmen der Interim Political Authority (IPA) wird ein so genanntes Memorandum of Agreement zwischen der Regierung und den Oppositionsparteien unterzeichnet. |
| Mai 2000 | Die letzten südafrikanischen und botswanischen Truppen werden aus Lesotho abgezogen. Die Wahlen werden auf 2001 verschoben. |
| 2001 | Erneut werden die Wahlen um ein Jahr verschoben. Das Wahlrecht wird modifiziert. 80 Sitze werden wie bisher nach reinem Mehrheitswahlrecht vergeben, 40 nach Verhältniswahlrecht. |
| Mai 2002 | Aus den Parlamentswahlen geht die LCD als Sieger hervor. Sie erringt eine absolute Mehrheit von 77 der 120 Sitze. Erneuter Premierminister wird Pakalitha Mosisili. Doch auf Grund des neu eingeführten Verhältniswahlrechtes haben auch Oppositionsparteien die Möglichkeit, ins Parlament einzuziehen. Das Wahlergebnis findet unter weiten Teilen der Bevölkerung Akzeptanz. |
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