Tansania

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Staat und Verwaltung

Offizielle Bezeichnung

englisch: United Republic of Tanzania; deutsch: Republik Tansania

Unabhängigkeit Tanganyika 9. Dezember 1961 (von Verwaltungshoheit Großbritanniens), Sansibar 19. Dezember 1963 (von Großbritannien); Tanganyika und Sansibar vereinigten sich am 26. April 1964
Fläche 945.087 qkm
Landesnatur Ebenen an der Küste, Zentralplateau, Hochland im Norden und Süden; tropisches Klima an der Küste, mildes Klima im Hochland
Höchste Erhebung Kilimanjaro (5.895 m)
Küste 1.424 km
Umweltprobleme Überflutungen im Zentralplateau, Dürre, Bodenverarmung, Entwaldung, Desertifikation, Wilderei
Einwohnerzahl 37.187.939 (Juli 2002 geschätzt)
Bevölkerungsdichte 42,0 Einwohner pro qkm Landfläche
Hauptstadt Dodoma
Landessprachen Amtssprachen: Swahili und Englisch, außerdem zahlreiche lokale Sprachen und Dialekte
Religionen Christen (30%), Muslime (35%; Sansibar 99%), Anhänger indigener Religionen (35%)
Staatsform Präsidialdemokratie
Wahlrecht wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren
Exekutive Staatspräsident: Benjamin William Mkapa seit 23.11.1995; Vizepräsident: Dr. Ali Mohammed Shein seit 5.07.2001; der Präsident ist gleichzeitig Staatschef und Regierungschef. Amani Abeid Karume ist Präsident für Sansibar seit dem 29.10. 2000 und als Regierungschef verantwortlich für Sansibars interne Politik. Die Kabinettsminister einschließlich des Premierministers werden vom Präsidenten aus Mitgliedern der Nationalversammlung ausgewählt.
Legislative Nationalversammlung mit 274 Sitzen; 232 bestimmt durch öffentliche Wahl, 37 Sitze sind für Frauen vorbehalten, die vom Präsidenten nominiert werden. Fünf Sitze sind Mitgliedern des Repräsentantenhauses von Sansibar vorbehalten. Die Wahlperiode beträgt fünf Jahre. Die Nationalversammlung erlässt Gesetze sowohl für die ganze Republik Tansania als auch nur für das Festland. Sansibar hat ein eigenes Repräsentantenhaus mit 50 Sitzen, welches Gesetze nur für die Insel erlässt.
Parteien Chama Cha Demokrasia na Maendeleo (CHADEMA); Chama Cha Mapinduzi (CCM; Regierungspartei); Civic United Front (CUF); Democratic Party; National Convention for Construction and Reform (NCCR); Tanzania Labor Party (TLP); Union for Multiparty Democracy (UMD); United Democratic Party (UDP)
Rechtssystem auf der Grundlage des englischen Rechts, jedoch mit nur begrenztem Einfluss der Jurisdiktion auf die Legislative
Justiz permanente Untersuchungskommission (official ombudsman); Gerichtshof (Court of Appeal) bestehend aus dem chief justice und vier Richtern; High Court bestehend aus dem Jaji Kiongozi und 29 Richtern, die vom Präsidenten ernannt werden. Dieser hält regelmäßige Sitzungen in allen Regionen. Des weiteren Distriktgerichte und sogenannte Primary Courts mit begrenzter Rechtsprechung
Verwaltungsgliederung 25 Regionen: Arusha, Dar es Salaam, Dodoma, Iringa, Kagera, Kigoma, Kilimanjaro, Lindi, Mara, Mbeya, Morogoro, Mtwara, Mwanza, Pemba North, Pemba South, Pwani, Rukwa, Ruvuma, Shinyanga, Singida, Tabora, Tanga, Zanzibar Central/South, Zanzibar North, Zanzibar Urban/West
Internationale Mitgliedschaften Vereinte Nationen und Unterorganisationen; Afrikanische Union (AU), Entwicklungsgemeinschaft SADC; Handelsgemeinschaft COMESA; ostafrikanische Gemeinschaft EAC; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IIMF) und Weltbank
Internationale Länderkategorien LDC-Status
(7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries - "am wenigsten entwickelte Länder" - und bekommen besondere Mittelzuwendungen)
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Wirtschaft

Währung 1 Tansania-Schilling (TZS) = 100 Cents
Wechselkurs 1 US$ = 924,70 TZS (Januar 2002)

Export / Importgüter
- Wichtige Exportgüter Gold, Kaffee, Cashew, Manufakturwaren, Baumwolle
- Wichtige Importgüter Konsumgüter, Maschinen, Transportzubehör, Industrierohstoffe, Rohöl

Wichtige Handelspartner
- Export Großbritannien (22%), Indien (14.8%), Deutschland (9,9%), Niederlande (6,9%) (2000)
- Import Südafrika (11,5 %), Japan (9,3%), Großbritannien (7,0%) Australien (6,2%) (2000)

Infrastruktur
- Eisenbahn 3.569 km
- Straßen 85.000 km (davon 4.250 km befestigt)
- Flugplätze 125 (davon 11 befestigt)
- Häfen Bukoba, Dar es Salaam, Kigoma, Kilwa Masoko, Lindi, Mtwara, Mwanza, Tanga, Wete, Sansibar

Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales

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Chronologie

Frühzeit
vor ca. 1,8 Mio. Jahren Aus dieser Zeit hat man in der Olduvai-Schlucht Frühformen des Menschen gefunden. Diese frühen Menschen werden Homo habilis und Zinjanthropos genannt.
ca. 10.000 - 50.000 v. Chr. Aus dieser Zeit datiert der so genannte Eyasi-Schädel von einer weiteren menschlichen Frühform, der bei Isimila gefunden wurde.
10.000 v. Chr. Höhlenmalereien in Zentraltansania bei Kondoa Irangi belegen die Besiedlung des heutigen Territoriums von Tansania durch den heutigen Menschen.
ab 1.000 v. Chr. Negroide und kaukasische Ackerbauern wandern ein. Sie führen den Bananen- und Knollenfruchtanbau ein.

Große gesellschaftliche Umwälzungen
bis 1.000 n. Chr. Bantustämme wandern ein. Die Bauern vom Westen bringen Hirsesaaten und Viehzucht mit. Die vom Norden einwandernden Stämme sind überwiegend Viehzüchter. An den Küsten gründen Araber Städte. Ein blühender Handel beginnt.
1200 bis 1425. Entlang der Küste und auf den Inseln entwickelt sich eine hochstehende arabische Kultur. Kilwa erfährt im 14. Jahrhundert den Höhepunkt seiner Macht.
ab 1400 Westlich des Viktoriasees lassen sich Hima-Völker nieder.

Ankunft der Europäer
1498 Der Portugiese Vasco Da Gama landet in Kilwa. Die Portugiesen weiten von da an ihren Einfluss im östlichen Afrika aus.
1698 Die Omani-Araber erobern das portugiesische Jesus-Fort in Mombasa und stellen den arabischen Einfluss wieder her.
1800 bis 1850 Die Omani-Araber errichten auf Sansibar ein mächtiges Reich. 1818 wird dort die Gewürznelke eingeführt.
1840 Der Sultan von Oman verlegt seine Residenz nach Sansibar. Der Elfenbein- und Sklavenhandel mit dem Festland wird ausgeweitet.
1846 Die deutschen Missionare Johann Krapf und Johannes Rebmann versuchen ohne Erfolg, die Wanika an der Küste zu christianisieren.
1858 Die Briten Richard Burton und John Hanning Speke erreichen den Lake Tanganyika. Speke erreicht wenig später den Lake Nyanza, den er nach der Britischen Königin Victoria benennt.
1868 Eröffnung der ersten katholischen Missionsstation auf dem ostafrikanischen Festland bei Bagamoyo; es wird eine Station für freigekaufte Sklaven eingerichtet.
1869 David Livingstone erreicht den Nyassasee.
1873 Tod Livingstones.

Die deutsche Kolonialzeit
1884 Der deutsche Kolonialist Karl Peters von der Deutschen Ostafrikanischen Gesellschaft schließt "Schutzverträge" mit heimischen Herrschern entlang der Küste ab.
1885 Bismarck erklärt diese Besitzungen zu deutschen Protektoraten. Die Deutsche Ostafrikanische Gesellschaft erhält einen Schutzbrief Kaiser Wilhelms II. für diese Erwerbungen.
1886 Deutschland und England einigen sich auf eine gemeinsame Grenze zwischen dem Indischen Ozean und dem Victoriasee.
1888 Die Deutsche Ostafrikanische Gesellschaft erwirbt vom Sultanat Sansibar den Küstenstreifen Sansibars.
1890 Der Helgoland-Sansibar-Vertrag steckt die Einflusssphären zwischen Deutschland und Großbritannien ab. Tanganyika, Ruanda und Burundi werden zur Kolonie Deutsch-Ostafrika. Sansibar wird Britisches Protektorat mit einem Sultan als formellem Staatsoberhaupt.
1891 Der afrikanische Widerstand wird niedergeschlagen, und das gesamte Gebiet des heutigen Tansanias (einschließlich des heutigen Ruanda und Burundi) wird vom Deutschen Kaiserreich als Kolonie unter der Bezeichnung Deutsch-Ostafrika übernommen.
1902 Der Zwangsanbau von Baumwolle in den südlichen Regionen wird verkündet; die Usambara-Eisenbahn eröffnet die Strecke Tanga-Korogwe.
1905 Die Zentraleisenbahn von Daressalam nach Tbora am Taganyikasee wird begonnen. Sie erreicht den See 1914.
bis 1907 Weitere Aufstände (Hehe-Kriege, Maji-Maji-Aufstand) werden erst 1907 durch brutale Gewalt gebrochen. 250.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.
1911 Die Eisenbahnlinie Tanga-Moslu wird fertiggestellt.
1914 bis 1918 Am 5. August 1914 wird der Kriegszustand in Ostafrika erklärt; die große britische Offensive beginnt im März 1916 unter dem südafrikanischen General Smuts. Die deutschen Truppen unter General Von Lettow Vorbeck ziehen sich in den Süden zurück und setzen bei ihrer Guerillataktik vor allem afrikanische Truppen ein. Im November 1918 kapitulieren die deutschen Truppen.

Die britische Zeit
1919 Alle deutschen Schutzgebiete fallen durch den Versailler Vertrag an den Völkerbund.
1922 Tansania wird als Mandatsgebiet des Völkerbundes an Großbritannien übertragen. Im gleichen Jahr wird die Sklaverei aufgehoben.
1925 Mit der "indirekten Herrschaft" stützt sich die britische Verwaltung auf vorhandene Strukturen (z.B. die Chiefs) und gibt den Afrikanern die Möglichkeit, in begrenztem Umfang auf unterster politischer Ebene tätig zu werden. Es bildet sich eine Opposition aus Bauerngenossenschaften gegen die Kolonialherrschaft, die sich später zu politischen Organisationen weiterentwickelt.
1928 Die Tanganyika African Association (TAA) wird gegründet.
1945 Die beiden ersten Afrikaner kommen in den Legislativrat.
1946 Das Mandatsgebiet wird Treuhandgebiet der Vereinten Nationen. Regional- und Zentralregierung werden gekoppelt.

Streben nach Unabhängigkeit
1952 Die Sitze im Legislativrat werden nach Rassen paritätisch vergeben (multi-racial policy).
1953 Julius Nyerere wir zum Präsidenten der Tanganyika African Association (TAA) gewählt.
1954 Daraus entsteht die Tanganyika African National Union (TANU) unter Führung von Julius K. Nyerere. Uhuru na umoja wird ihr Slogan: Friede und Einigkeit. Die TANU wird noch im gleichen Jahr von einer UN-Kommission als Nationale Bewegung anerkannt.
1958 Die TANU erzielt große Erfolge bei den ersten multirassischen Wahlen zum gesetzgebenden Rat und erhält fünf Ministerposten.
1960 Die TANU-Kandidaten besetzen nach Wahlen 26 von 27 Sitzen im gesetzgebenden Rat.

Der Weg zur Union
9. Dezember 1961 Tanganyika erhält die formelle Unabhängigkeit von der britischen Krone.
1962 Tanganyika erklärt sich zur Republik im britischen Commonwealth mit Julius Nyerere als Staatspräsidenten.
1963 Am 10. Dezember werden die Inseln Sansibar und Pemba unabhängig. Nach der Absetzung des Sultans durch eine blutige Revolution werden beide im darauffolgenden Januar zu Volksrepubliken ausgerufen.
1964 Am 26. April vereinbaren das Festland und Sansibar eine Union, die sich ab Oktober Vereinigte Republik Tansania nennt. Sansibar behält weitgehende Autonomie.

Tansania unter Nyerere
1965 Eine Interimsverfassung wird verabschiedet, die den Einparteienstaat begründet. Im September werden erste Präsidentschafts- und Parlamentswahlen nach der neuen Verfassung durchgeführt.
1967 Die Grundsatzerklärung von Arusha (Arusha Declaration) wird verfasst, die den Aufbau eines eigenständigen sozialistischen Tansanias ankündigt. Die westlichen Hauptgeberländer wenden sich von Tansania wegen dessen sozialistischer Ausrichtung ab und Nyerere wendet sich dem Osten zu.
1967 Der Außenhandel wird zum Staatsmonopol, die Banken und wichtigsten Industrien werden verstaatlicht.
1967 Die East African Community (EAC) wird zwischen Kenia, Uganda und Tansania gegründet.
1968 Die Schulen werden verstaatlicht. Die Regierung initiiert den Aufbau von Ujamaa-Dörfern (Gemeinschaftsdörfern), um auf dem Land eine Infrastruktur aufbauen zu können.
1971 Mietshäuser, private Landwirtschaftsbetriebe und Krankenhäuser werden enteignet.
1972 Beginn einer Dezentralisierungspolitik, die den Regionen mehr Entscheidungsfreiheit gibt.
1974 Tansania wird durch die Ölkrise und Missernten in eine schwere wirtschaftliche Krise gestürzt.
1974 Dodoma wird als neue Hauptstadt ausersehen.
1975 Die 1870 km lange Great Uhuru Railway (TANZAM) von Daressalam nach Kapiri Mposhi in Sambia wird fertiggestellt. Sie wurde mit chinesischer Hilfe gebaut.
1976 Private Läden werden abgeschafft und in Kooperativläden umgewandelt.
1977

Die TANU und die Afro Shirazi Party Sansibars (ASP) vereinigen sich zur Chama Cha Mapinduzi (CCM), der Partei der Revolution.
Verabschiedung einer neuen Unionsverfassung, mit der die Partei auch verfassungsmäßig der Regierung und dem Parlament übergeordnet wird.
EAC bicht auseinander. Wesentliche Gründe waren die Machtübernahme Idi Amins in Uganda und die unterschiedlichen wirtschaftlichen Strukturen der Mitgliedsländer.

1978 Idi Amins Truppen fallen im Oktober in den Norden Tansanias ein und besetzen Gebiete östlich des Kagera Rivers. Nur unter großen Opfern kann die tansanische Volksmiliz die Eindringlinge vertreiben.
1978 Die allgemeinen Schulpflicht wird eingeführt.
1979 Tansania unterstützt die Uganda National Liberation Front bei Sturz Idi Amins.
1980 Nyerere wird für weitere fünf Jahre zum Präsidenten gewählt. Sansibar gibt sich eine eigene Verfassung und wählt ein eigenes Repräsentantenhaus.
1981 Tansania zieht seine Truppen aus Uganda zurück.
1985 Julius Nyerere gibt nach 24 Jahren das Präsidentenamt an Ali Hassan Mwinyi ab, der im Oktober mit 92% der Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt wird. Nyerere bleibt Vorsitzender der CCM. Mwinyi lässt die Privatwirtschaft in Tansania wieder zu.

Tansania nach Nyerere
1986 Strukturanpassungsmaßnahmen werden entsprechend der Pläne von IWF und Weltbank eingeleitet.
1990 Nyerere tritt im August als Parteipräsident zurück. Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen im Oktober wird Ali Hassan Mwinyi mit 95,5% der Stimmen im Amt bestätigt.
1992 Das Mehrparteiensystems wird durch Beschluss der Nationalkonferenz der CCM Anfang Juli eingeführt.
1993 Erste freie Kommunalwahl werden abgehalten. Die Presidential Parastatal Sector Reform Commission wird mit dem Ziel eingestzt, die 395 Staatsbetriebe zu privatisieren.
1994 Nach dem Genozid in Ruanda nimmt Tansania 550.000 Flüchtlinge auf. Der Flüchtlingsstrom und die seit Jahren anhaltende Trockenheit veranlassen die Regierung, internationale Hilfe anzufordern.
Im Dezember fordern die Geberländer den Rückstritt des unter Verdacht von Steuerbetrug stehenden Finanzministers. Präsident Mwinyi löst die Regierung auf.
1995 Im Oktober finden erste Mehrparteienwhlen statt, aus denen die CCM wegen der Uneinigkeit der Oppositionsparteien als Sieger hervorgeht. Präsident wird Benjamin Mkapa. Auf Sansibar siegt der CCM-Kandidat Salmin Amour nur knapp vor dem Herausforderer von der Civic United Front (CUF), was dort anhaltende Unruhen auslöst.
1996 Im März unterzeichnen die Präsidenten von Tansania, Kenia und Uganda in Arusha eine Vereinbarung, wonach die vor 19 Jahren auseinandergebrochene Ostafrikanische Gemeinschaft wiederbelebt werden soll.
1997 Wegen der anhaltenden Dürre erklärt Präsident Mkapa im Oktober für weite Teile des Landes den Hungernotstand.
1998 Am 12. August wird auf die amerikanische Botschaft in Darssalam ein Bombenanschlag verübt..
Umbildung des Kabinetts und Schaffung eines neuen Ministeriums für regionale Verwaltung und lokale Verwaltungen. Die Opposition fordert im August eine Reform der Verfassung von 1992.
1999 Im Mai vereinbaren Vertreter von Tansania, Kenia und Uganda, den Startschuss für einen gemeinsamen Markt um ein Jahr zu verschieben.
Im Juli unterzeichen Regierung und Opposition ein Abkommen zur Beendigung der vierjährigen politischen Blockade. Die CUF hatte die Arbeit des Parlaments seit den umstrittenen Wahlen von 1995 blockiert.
Am 14. Oktober stirbt Julius Nyerere im Alter von 77 Jahren in einem Londoner Krankenhaus an Leukämie.
2000 Die CCM gewinnt bei denWahlen im Oktober die absolute Mehrheit und Mkapa wird als Präsident klar bestätigt; auf Sansibar kommt es bei denNovemberwahlen zu Wahlmanipulationen. Präsident wird dort das CCM-Mitglied Amani Karume. Der Commonwealth fordert Neuwahlen für Sansibar.
2001 Mindestens 30 Menschen werden im Januar bei Demonstrationen der CUF auf Sansibar und Pemba getötet. 2370 Menschen fliehen nach Kenia, darunter auch 14 Parlamentarier aus Sansibar. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International beklagen die zunehmenden Menschenrechtzsverletzungen. Die Gefängnisse Tansanias sind überfüllt.
Im Oktober unterzeichnen die regierende CCM und die CUF ein Friedensabkommen auf Sansibar.
Tansania werden im November mehr als die Hälfte der Auslandsschulden erlassen.
2002 Die Grundschulbildung wird wieder kostenlos. Viele Schulen sind dem wachsenden Andrang von Schülern nicht gewachsen.
Im März suspendiert Großbritannien wegen der umstrittenen Entscheidung der Regierung, ein teures militärisches Radarsystem zu kaufen, seine Entwicklungshilfe an Tansania.
Im Juli erlassen die USA Tansania die restlichen 21 Mio. US$ Schulden.
2003 Seit 1994 waren ca. eine Million Flüchtlinge aus den Krisengebieten in den Nachbarstaaten nach Tansania geflohen. Im September sind auch die letzten ruandischen Flüchtlinge wieder nach Hause geschickt worden.
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